Alt vs. Aktuell: Gedanken zu Vintage-Trompeten und modernen Modellen

Vintage, Retro, Old School – Dinge aus der Vergangenheit scheinen so beliebt wie nie zuvor. Wie aber ist das bei Trompeten? Haben vergriffene Modelle mehr zu bieten als nur den Reiz der Rarität oder sind sie aktuellen Instrumenten schlicht unterlegen? Haben sich Klangideale verändert? Der TrumpetScout sucht nach Antworten.

Oben neu, unten alte. Wie groß ist der Unterschied?

Ja, die gute alte Vinylplatte! Wer hätte an ihre Rückkehr geglaubt? Oder, dass Omas Wohnzimmergarnitur aus den 60ern nicht mehr auf dem Sperrmüll landet, sondern in ‚Vintage Furniture Stores‘? Und originale Trainingsanzüge aus den 80ern nicht im Altkleidersack, sondern in sündhaft teuren Second-Hand-Shops? Dem Vergangenen haftet ein Zauber an und die Artefakte alter Zeit machen ihn greifbar. Hinzu kommen aber natürlich Moden, schließlich verändert sich der Blickwinkel auf ein und dieselbe Sache mit der Zeit nur allzu gern.

Wo sind alte Instrumente hoch im Kurs?

Bei Instrumenten ist das besonders ausgeprägt: Geigen vergangener Jahrhunderte stehen außerordentlich hoch im Kurs. Gut, da spielt die Alterung des Naturmaterials Holz wahrscheinlich eine große Rolle. Aber auch beim Blech gibt es bereits lange die Tendenz des Rückgriffs: Saxofonisten lieben ihre alten Selmer- und Conn-Modelle. Attribute wie „pre war“ kommen Seligsprechungen gleich. Mythen ranken sich aber auch um Nachkriegsmodelle, wonach das Messing aus eingeschmolzenen Munitionshülsen stammen soll. Am stärksten scheint die Vorliebe für alte Modelle aber bei den Jazzposaunisten ausgeprägt zu sein. In vielen Big Bands wird auf Conn- und alten King-Instrumenten gespielt. Bei den Trompetern hingegen… Sagen wir mal so: Das Bild ist weniger klar.

Bob Lanese spielt hier auf einer ’neuen‘ Bach, die einer ganz alten Bach aus der New York-Ära nachempfunden ist.

Ab wann ist ein Instrument eigentlich Vintage?

Um zu sagen, was ein Vintage-Instrument ist und wer wo ein solches einsetzt, muss man den Begriff natürlich erst einmal verstehen bzw. für eine Diskussion definieren. Ursprünglich kommt das Wort aus dem Weinbau und bedeutet ‚Weinlese‘. Prinzipiell schwingt aber immer die Güte mit. Was vintage ist, wurde selegiert, weil für besonders gut empfunden. Eben nur die guten Trauben oder – Auswahl nach der Auswahl – ein besonderer Jahrgangswein. Mitunter steht ‚vintage‘ aber auch für die originalgetreue Reproduktion, also das Neue nach altem Muster. Und damit kommen wir eigentlich direkt zur Charakterisierung des aktuellen Trompetenangebots. Es gibt eben alt und alt. Manche Trompeten haben einfach schon mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel und andere werden seit Jahrzehnten unverändert, aber täglich neu gebaut. Der TrumpetScout möchte sich hier nicht entscheiden und beide Typen miteinbeziehen.

Beispiele für alte Trompeten

Wer im Laden eine neue Trompete kauft, erhält zumeist ein Modell, das nicht nur in den letzten Jahren (manche Instrumente liegen sehr lange beim Händler) tatsächlich gebaut, sondern auch in den letzten Jahren (das darf man allerdings sehr großzügig auslegen!) erdacht oder zumindest als Modell weiterentwickelt wurde. Egal ob von CarolBrass, Yamaha, Jupiter, B&S, K&H und vielen anderen mehr – das sind als neue Instrumente immer auch moderne Instrumente.

State-of-the-art. Eines der jüngsten Modelle unter allen TS-Testinstrumenten ist die YTR-3335 von Yamaha.

Wer eine 30 Jahre alte Trompete ersteht, darf davon ausgehen, dass diese bereits vor rund einem halben Jahrhundert konzipiert wurde. Damals standen andere Fertigungsmethoden (keine zwingend schlechteren!) und auch andere Analysetools zur Verfügung. Je weiter man zurückgeht, desto stärker dürfte sich die Trompetenbaukunst von der heutigen unterscheiden. Wenngleich die Differenzen bei Weitem nicht so signifikant sein dürften wie beispielsweise in der Fahrzeugherstellung. Und das liegt wohl an der vergleichsweise (Trompete vs. Auto) doch geringen Komplexität des Instruments bzw. aller Instrumente. Der TrumpetScout will keine scharfe zeitliche Trennlinie ziehen. Aber ab 30 bis 40 Jahren stellt sich frühestens so etwas wie ein Vintage-Gefühl ein. Man könnte auch sagen: Wenn es nach Blech stinkt, dann ist die Kanne alt!

Ein anderer Indikator dürfte der Status des Herstellers sein. Existiert der nicht mehr, umgibt ein Instrument schnell die Aura des Besonderen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Selmer. Als Trompetenhersteller ist die französische Marke seit 2011 tot. Die damit einhergehende Endlichkeit auf dem Markt machte selbst die jüngsten Trompeten sofort zu begehrten Stücken – und Artefakten vergangener Zeit.

Nicht von der Frisur ablenken lassen: Es geht um die Conn 40B von 1933.

Viele große Namen existieren schon lange nicht mehr: French Besson, Conn, Olds, Benge, Martin, Calicchio, Holton – um die bekanntesten unter ihnen zu nennen. Ihre Hochzeit liegt teilweise bis zu 80 Jahre zurück. Viele haben bereits in den 70ern nur noch ihren Namen geliefert und nicht mehr die Instrumente, für die sie berühmt waren. Hier kommen also die Faktoren Vergriffenheit und schieres Altes zusammen. Deshalb sind diese Marken unter den Perinetinstrumenten die, an die man automatisch denkt, wenn der Begriff ‚Vintage‘ fällt. Hinzu kommen die illustren Namen derer, die sie gespielt haben, als diese Trompeten brandneu waren. Der Nimbus von Miles Davis, Cat Anderson, Claude Gordon und vielen anderen mehr wurde also zum Heiligenschein ihrer Instrumente.

Vertreter der neuen alten Trompeten

Nun gibt es aber noch eine dritte, eine hybride Gruppe an Instrumenten. Diese werden seit vielen Jahrzehnten gebaut, und das scheinbar unverändert. Man bekommt sie also heute neu genauso wie vor 50 Jahren. Alt ist ihr Konzept. Die prominentesten Beispiele: Bach mit seinen Stradivarius-Modellen und Schilke mit den B– und X-Baureihen. Die beiden amerikanischen Hersteller gehen bewusst nicht mit ständiger Optimierung auf Kundenfang. Tradition und bewährte Qualität machen eine Evolution oder gar Revolution überflüssig. Man könnte auch sagen: Die Methode Coca-Cola – wir haben die eine Rezeptur, alles andere braucht kein Mensch.

Okay, Louis Dowdeswell ist kein Bach-Endorser mehr. Aber die Liste der ‚Bachista‘ ist lang. Unter Profis wie Amateuren. Und das, obwohl die Trompeten nicht modern sind.

Blickt man auf die 100-jährige Firmengeschichte von Bach, erkennt man natürlich trotzdem eine Weiterentwicklung: Vor allem die Einführung der einteiligen Ventilzylinder vor rund 50 Jahren ist ein auffallendes Zeugnis der Veränderung. Heute ist man mit den Retro-Modellen aber bewusst zurückgekehrt in die Zeit vor diesem technologisch induzierten Wandel, sogar Sondermodelle, die den Instrumenten der frühen New York-Ära nachempfunden sind, wurden aufgelegt. Progression durch Regression. Bach wie Schilke haben aber beide in den letzten Jahren auch ganz neue Modelle gebaut. Die Evergreens dürften aber die bekannten Typen sein – und die besonders gefragten darunter die ‚mittelalten‘ aus der Mount Vernon- und frühen Elkhart-Zeit.

Wie viele Profis spielen Vintage-Instrumente?

Diese Frage ist natürlich nicht zu beantworten. Der TrumpetScout hat sich aber unter allen interviewten Trompetern und der bislang leider noch immer einzigen befragten Trompeterin umgesehen. Das Ergebnis: Von 28 SpielerInnen greifen 20 auf moderne Perinetinstrumente zurück. Das sind mehr als 70%. 4 weitere spielen neue alte Bach-Modelle. Lediglich 4 Personen, also unter 15% spielen regelmäßig und zur Arbeit ihre Vintage-Instrumente. Das sind Bob Lanese mit seiner Sammlung an amerikanischen Preziosen, Augie Haas auf einer Benge, Jumaane Smith auf einer noch älteren Chicago Benge und Aneel Soomary auf seiner weit über 50 Jahre reifen Mt. Vernon Bach 25.

Eine ganz besondere Liebesbeziehung unterhält der TrumpetScout zur Marke C. G. Conn. Hier die gut erhaltene Gravur seiner 12B.

Hie und da gibt es also Spieler, die an ihrer Liebe zu einer alten Dame keinen Zweifel aufkommen lassen. Tendenziell sind das eher die Lead-Trompeter, wenngleich die Gruppe oben nicht ganz repräsentativ ist. Es fallen einem aber Herren wie Bryan MacDonald ein, der bei den Airmen of Note die Akzente auf seiner Conn 36B setzt, Harry Kim, der jahrzehntelang die erste Trompete bei Phil Collins auf einer Benge Claude Gordon spielte, oder David Csizmadia aus Ungarn mit seiner Holton 48 aus den frühen 40ern. Daneben finden sich aber auch einige bekannte Jazz-Solisten wie Tom Harrell oder Chris Botti. Letzterer hat mit seiner öffentlichen Leidenschaft für die Martin Committee mit großer Bohrung maßgeblich zum regelrechten Hype um dieses Modell und speziell die frühen Baujahre beigetragen. Als der TrumpetScout vor einigen Jahren einen Brass Shop in New York besuchte, lagen dort mehrere Committees aus den 40er Jahren – das Stück zu 10.000 US-Dollar.

Schon lange seiner 36B treu: Brian MacDonald, Lead-Trompeter der Airmen of Note. Foto: music.af.mil

Im (amerikanischen) Klassikbereich dürfte es partiell auch eine Tendenz zu älteren Perinetinstrumenten geben, vor allem wenn diese – ähnlich wie lange Zeit in Europa – zum Inventar des Orchesters gehören, um einen ganz speziellen und satzübergreifend homogenen Klang zu erzeugen.

Tote Marken haben keine Lobby

Kurzum: Die Annahme, dass heutzutage deutlich mehr als die Hälfte aller sich in regem Gebrauch befindlichen Trompeten moderne oder eben neue alte Trompeten sind, dürfte nicht allzu weit von der Wahrheit entfernt sein. Warum das so ist? Sind neue Instrumente einfach besser als alte? So einfach ist es nicht – in diesem Fall würde keiner mehr auf altem Blech seiner Arbeit oder seinem Hobby nachgehen. Aber dazu gleich. Zunächst ein wesentlicher Punkt vor allen Gründen, die im Instrument selbst liegen: Ein Hersteller, der nicht mehr existiert, hat keine Marketingabteilung, kein Sales-Team und deshalb auch keine Endorser. Eine tote Marke hat kaum noch Markenbotschafter – und von Jahr zu Jahr weniger Material, das man an Spieler im Rampenlicht verteilen könnte.

Die Conn 38B wurde legendär, weil sie damals absolut neu und schlicht fabelhaft war. Zu einem so großen Erfolg wurde sie aber sicher auch, weil sie von einem großen Hersteller mit großem Werbebudget kam. Den gibt es heute leider nicht mehr.

Die Eigenheiten alter Instrumente

Die folgende Liste zählt Eigenschaften von Vintage-Trompeten auf, die zu Schwächen werden können aber keine Schwächen sein müssen.

  1. Das Alter an sich 
    Eine Trompete, die bereits viele Jahrzehnte gespielt wurde, ist davon oft auch gezeichnet. Dellen und Beulen, die Spielgefühl und Sound selten beeinträchtigen, sind vernachlässigbar, aber Korrosion durch Speichel nagt an der Substanz. Irgendwann muss dann ein Patch her oder ein Teil getauscht werden – womit dann zumeist der eigentliche Charakter verloren geht. Großes Aber: Gerade Trompeten bis in die 60er Jahre zeigen auffallend wenig Zinkfraß. Vielleicht ist doch was dran am Messing-Mythos längst vergangener Tage?
  2. Die Ventile
    Ja, der Ventilkolben kann sich über die Jahrzehnte abnutzen, wodurch die Maschine undicht wird. Das ist wohl für den TrumpetScout die größte Schwäche bei sehr alten Instrumenten. Kaum ein Horn mit 40+ Lenzen zeigt noch ein schönes Ventilploppen. Dickes Öl kann helfen, manche lassen die Kolben auch neu beschichten. Das ist aber aufwendig und dementsprechend teuer. Ein anderer Punkt ist die Mechanik an sich: Ganz ‚crisp‘ wirken alte Ventile selten – wenngleich der TrumpetScout sagen muss, dass auch viele fabrikneue Instrumente hier ganz und gar nicht überzeugen. Manche Modelle (siehe Conn 12B unten) haben die Ventilfedern noch unter dem Kolben. Das wirkt vielleicht billiger, tut seinen Job aber genauso. Prinzipiell kann man sagen, dass einige Hörner beim Thema Ventile stabiler sind als andere. Bach und vor allem Getzen sind löblich zu erwähnen.
  3. Die Intonation
    Undichte Ventile können zu schlechterer Intonation des Instruments führen. Das macht alte Trompeten per se anfälliger beim Thema Stimmung. Zu einer pauschalen Verurteilung alter Trompeten dahingehend möchte der TrumpetScout aber nicht ausholen. Zwar gibt es heute ganz andere Mess- und Berechnungsmethoden für die Konstruktion. Aber eine perfekt kalkulierte moderne Trompete kann für die Ohren des Spielers falsch klingen, da wir manche Töne etwas außerhalb des Zentrums präferieren und auch so gewohnt sind zu spielen. Die Prämisse altes Horn → schlechte Stimmung dürfte eher ein wohltradierter Trugschluss (auch der modernen Hersteller) sein, schließlich mussten früher (zumindest die Topinstrumente) auch Topansprüchen genügen. Und die haben sich – wieder anders als beim Auto – in 100 Jahren nicht gewandelt. Für den TrumpetScout waren gerade die Marken Conn, Selmer oder Schilke noch nie eine schlechte Wahl, wenn es um die Intonation ging. Mit Benge und Calicchio dagegen war das Zusammenspiel nie leicht.
  4. Der Sound
    Hat sich der Klang der Perinettrompete in den letzten 100 Jahren tendenziell verändert? Diese Frage hat der TrumpetScout Christoph Moschberger gestellt, der in seiner Antwort zu bedenken gibt, dass man nicht von uralten Platten auf den Live-Sound der Trompeten jener Zeit schließen könne. Das ist natürlich richtig. Aber alleine der Blick auf die Bauweise dürfte ein Indiz für ein dereinst anderes Klangideal sein: Die ersten Perinetinstrumente des 20. Jahrhunderts waren zumeist enger gewickelt, kleiner gebohrt und hatten zierlichere Becher. Der TrumpetScout konnte einige Klezmer-Gigs auf einer Conn 40B von 1933 spielen – das war eine andere Klangwelt. Zwar ist eine Connstellation 38B mit ihrem riesigen Becher und dem hohem Gewicht heute eigentlich topmodern und klanglich überhaupt nicht angestaubt. Damals war sie aber eine Offenbarung und wie ein Instrument vom anderen Stern, also alles andere als Sinnbild der Zeit. Allgemein würde der TrumpetScout sich zur Aussage hinreißen lassen, dass vor allem Instrumente aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts kerniger klingen, spitzer. Es fehlt ihnen das ganz breite Frequenzspektrum. Moderne Trompeten hören sich größer an und können im Durchschnitt wohl auch lauter sein. Soweit der Eindruck nach 20 Jahren Trompetenodyssee 🙂

70 Jahre Unterschied: Conn 1B vs. Conn 12B

Zum Schluss soll es nun noch ein wenig anschaulich bzw. anhörlich werden. Der TrumpetScout, bekennender Vintage-Liebhaber, lässt seine 70 Jahre alte Conn 12B gegen eine nagelneue Conn 1B, die ironischerweise den Beinamen Vintage One trägt, in den Ring steigen.

Kurz zu den Instrumenten: Die 12B wurde 1950 gebaut, das Modell jedoch bereits 1938 eingeführt. Es handelt sich um eine Small Bore-Trompete (knapp über 11 mm) mit einem nahtlosen Kupferbecher („Coprion“) und untenliegenden Ventilfedern. Das vorliegende Exemplar befindet sich in hervorragendem Zustand: Der Becher ist beinahe unversehrt und auch die Gravur noch sehr scharf erkennbar, was gegen einen zweiten Lack spricht. Zinkfraß gibt es keinen und die Ventile sehen aus wie neu! Es ist wirklich erstaunlich. Nach Erwerb ließ der TrumpetScout den doppelt-männlichen Zug des ersten Ventils mit einem Daumensattel ausrüsten, bei dem man aber glauben könnte, er gehöre seit jeher dazu. Das Gewicht: 1.078 Gramm.

Nicht original, aber gut gemacht: der Daumensattel am ersten Ventilzug.

Die 1B ist mittlerweile auch schon eine Rarität, da hierzulande nie viele verkauft wurden und Conn-Trompeten seit ein paar Jahren nicht mehr gebaut werden. Das Modell wurde um die Jahrtausendwende eingeführt, hat einen einteiligen, aber gehämmerten Messingbecher, eine ML-Bohrung (11,66 mm) und wiegt in lackiertem Zustand kaum mehr als die 12B, nämlich 1.078 Gramm. In der vorliegenden Silberversion sind es noch einmal 11 Gramm mehr. Die Trompete stammt aus dem Lager eine Händlers und war bis dato nicht in Gebrauch.

Auch wenn der TrumpetScout am Aufnahmetag nicht in Bestform war (er hätte sich doch rasieren sollen!!), eignen sich beide Trompeten für die gesamte Range, das neue Horn spielt sich allerdings eine Spur offener. Der Sound? Man möge selbst entscheiden!

Vintage oder modern? Was kaufen?

Mit Trompeten ist es nicht anders wie mit anderen Gegenständen, die es ‚in neu‘ gibt oder eben mit Geschichte: Der eine liebt es, wenn Dinge Zeuge der Vergangenheit sind, für andere muss es zeitgemäß und möglichst wenig benutzt sein. Der eine schwärmt vom BMW Oldtimer aus den 70ern, der andere vom neuesten Hybridmodell. Anders als beim Auto aber muss man sich auch mit älteren Trompeten in Bezug auf ihre Leistung nicht verstecken. Man kann auf einem alten Horn, sofern es noch voll funktionstüchtig ist und natürlich ‚bei seiner Geburt‘ bereits ein gutes Instrument war, auch heute noch alles spielen.

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Hätte man den TrumpetScout vor 30 Jahren (aber mit dem Wissen von heute!) gefragt, ob man sich lieber eine alte sogenannte Profi-Trompete oder für das gleiche Geld ein neues Schülerhorn kaufen sollte, wäre die Antwort sicher gewesen: Go Vintage! Heute allerdings ist die Qualität der günstigen Instrumente selbst in der Breite so hoch, dass man nicht zu einem alten Blech greifen muss. In puncto Sound ist jedoch nach wie vor der persönliche Geschmack entscheidend. Da kann ein älteres Instrument mit klingendem Namen dem ein oder anderen doch leichter das Herz erwärmen als ein steriles Massenprodukt unserer Tage. Aber auch aktuelle Instrumente bieten klanglich natürlich eine riesige Bandbreite. Dafür bezahlt man aber zumeist ordentlich.

Als letzter Punkt sei genannt: Sammler wird es immer geben – gerade unter uns Trompetern. Eine gut erhaltene und seltene Trompete mit großen Renommee wird – sofern man nicht auf dem Höhepunkt eines Hypes einkauft – ihren Wert wahrscheinlich erhalten. Bei neuen Instrumenten ist das nie der Fall. Es sei denn, man kann 70 Jahre warten.