Ausgemustert, aber nicht zu unterschätzen: Yamaha YTR-6310, YTR-6320 und YTR-6340

Yamaha wurde zur renommierten Marke für Trompeten unter der Anleitung von Renold Schilke. Mittlerweile spiegeln sich dessen Design-Ideen aber kaum noch in reiner Form im Portfolio der Japaner wider. Der TrumpetScout blickt zurück auf die 80er- und 90er-Jahre, als bei Yamaha die ikonische YTR-6310Z entstand und gleichzeitig das Ende der Lightweight-Ära eingeläutet wurde.

Sie erinnern schon sehr an typische Schilke-Trompeten, diese alten Yamaha 63X0er-Modelle.

Schaut man sich die frühen Profitrompeten von Yamaha in den 60er- und 70er-Jahren an, erinnern diese zweifellos an Schilke-Trompeten: Stimmzüge ohne Stützen, reversed leadpipe, meist großer Umfang am Becherausgang und Fliegengewicht. Das erste groß promotete Modell war wohl die YTR-632, vermutlich eine Anlehnung an die Schilke B7 – mit Medium-Bohrung (11,3 mm und damit kleiner als bei der Vorlage) und großem Becher (wenngleich das aus den Katalogen dieser Zeit nicht eindeutig hervorgeht). Die bis in die 80er Jahre beibehaltene Systematik mit den 3 Ziffern ist höchst undurchsichtig und hat mit der Nomenklatur, die wir heute von Yamaha kennen, gar nicht so viel gemein wie man vermuten würde. Fakt ist, es gab bei den B-Trompeten lange Zeit 3 Bohrungsgrößen wie bei Schilke (von der seltenen XL-Bore abgesehen), die sich irgendwie in der dritten Ziffer repräsentierten: Statt nur drei Modellcodes gab es jedoch eine YTR-732, YTR-734, YTR-736, YTR-738 und YTR-739 (wobei die 7 vorne die Versilberung indiziert) und eine YTR-632, YTR-634, YTR-636, YTR-639 (die 6 verrät die lackierten Varianten). Der TrumpetScout hat sogar schon einmal eine YTR-635 gesehen.

 

 

Man merkt: Es gab zunächst noch kein gefestigtes Konzept. Stattdessen wurde einiges probiert bei Yamaha.

Die 80er: 4-stellige Modellnummern, mehr Klarheit und schwerere Trompeten

Wie es sich für ein gutes Unternehmen gehört, machte auch in den 80er-Jahren bei Yamaha die Veränderung keine Pause. Zum einen, weil die etwas schwereren (aber noch immer leichten) Trompeten, die an frühe Bach– und Benge-Modelle erinnern, eingeführt wurden. Das sind die YTR-6335 und die YTR-6345 (die anfangs noch kein G im Namen trug, obwohl von Anfang an ein Goldmessingbecher verbaut war). Und zum anderen, weil bei den Schilke-artigen Modellen mehr Ordnung Einzug hielt. Beide Phänomene gingen einher mit dem Eintritt in die 4-Digit-Ära bei den Japanern. Dass wir uns seit nun rund 45 Jahren in dieser befinden, spricht für ein bewährtes System.

 

Ein Auszug aus dem US-Prospekt der Jahre 1985/86.

 

Hier tauchen nun erstmals die Trompetenmodelle auf, um die es in diesem Artikel primär geht: Die YTR-6310, YTR-6320 und YTR-6340. Sie unterscheiden sich zunächst bei ihrem Bohrungsmaß. Die 1 an dritter Stelle markiert die M-Bore (11,3 mm), die 2 die ML-Bore (11,68 mm) und die 4 die L-Bore (11,76 mm). Wie bei Schilke eben – mit Ausnahme der um mehr als ein Zehntelmillimeter kleineren Medium-Bohrung gleichen sich die Maße bis aufs Hundertstel.

Yamaha YTR-6310: Die Unterschiede zwischen Early und Later Model

Schaut man sich nun die Spalte mit dem Ausgangsdurchmesser des Schallstücks an, fällt eines auf: Die YTR-6310 jener Tage mit dem Namenszusatz B (also YTR-6310B) hatte kein 5″-Maß (also 127 mm) wie heute, sondern den typischen Stradivarius-Durchmesser von 123 mm. Zudem war der Becher aus Goldmessing gefertigt und seine Form nach Yamaha-Systematik mit YR bezeichnet. Das steht laut dem deutschen Prospekt von 1989 für „mittlere Größe, steile Wölbung“ und soll für einen „prägnanten, klaren Klang“ sorgen. Der TrumpetScout dechiffriert diese Beschreibung als Yamahas Interpretation eines 25er oder 37er Schallstücks von Bach oder einer 2x- bzw. 3x-Glocke von Benge. Der Becher öffnet also erst relativ spät, ist demnach eher eng, was den Klang in der Regel heller macht und kerniger. Diesen Schnitt teilte sich die erste YTR-6310 mit der YTR-6345. Bei der weltbekannten YTR-6310Z verbaute Yamaha ein größeres bzw. weiteres Schallstück, das zudem aus Gelbmessing gefertigt war. Doch es gab anscheinend noch eine Zwischenstufe, blechgeworden in der direkten Vorgängerin: einer YTR-6310. Ohne Z.

 

Die Übersicht der Yamaha-Perinettrompeten im deutschen Prospekt von 1989.

 

Im Prospekt von 1989 weist dieses Modell hingegen folgende Spezifikationen auf: Medium-Bohrung, 123 mm großer Becherausgang, aber die Glockenform A. Bei Yamaha heißt es dazu: „großer Trompetenschallbecher: für einen vollen, weichen Klang“.

 

YTR-6310. Ohne Z. Das gab es.

 

Genau so eine Trompete geriet dem TrumpetScout 2024 in die Hände – und weckte sein Interesse.

Doch zunächst zurück zur Ähnlichkeit mit den Schilke-Modellen. Die ursprüngliche YTR-6310B dürfte mit ihrem engen Goldmessingbecher und der M-Bore auf dem Papier am ehesten einer Schilke B6 ähneln, die unterm Silber einen Vollkupferbecher versteckt. Yamaha sprach im 89er-Katalog von einem Kupferanteil in Höhe von 85% im verwendeten Goldmessing. Nur die 90% im Rotmessing des urspünglichen YFH-631 Flügelhorns waren noch näher dran an Schilkes Material. Zwischenresümee: Die YTR-6310B aus Mitte der 80er-Jahre kam einer Schilke B6 wohl sehr nahe. Einer B4 mit noch engerem Becher (allerdings aus Gelbmessing) könnte sie auch nachempfunden worden sein. Vielleicht liegt die Wahrheit dazwischen.

Die YTR-6310 ab Ende der 80er war mit ihrem weiten Gelbmessingbecher aber eher an der B7 angelehnt: Kleine Bohrung (M) in Kombination mit größter Becherform. Das sehen auch die Autoren des Schilke Loyalist so:

 

Die weltbekannte YTR-6310Z dürfte nicht nur in den Augen des TrumpetScout auf einer Schilke B7 basieren.

 

Bobby Shew greift ein: die Yamaha YTR-6310Z mit „more zing!“

Wenn man mehr zur YTR-6310Z bzw. der diekten Vorgängerin erfahren möchte, sollte man am besten den Mann fragen, der ihr den Beinamen „Shew“ verschaffte – also Bobby Shew höchstselbst. Das tat der TrumpetScout. Hier seine Antwort im O-Ton:

„1974 begann ich, Yamaha bei der Entwicklung einer Profitrompete zu unterstützen. In Japan testete ich viele verschiedene Modelle, hauptsächlich Kopien von Bach, Selmer, Conn usw., von denen mir jedoch keines zusagte. 1978 probierte ich eine Kopie einer Martin Committee aus. Zuerst habe ich sie überblasen, aber als ich etwas zurückhaltender spielte, fühlte sie sich plötzlich ziemlich angenehm an. Sie hatte die Modellnummer 636 auf dem Ventilgehäuse. Sie gaben mir eine davon und ich begann, ständig darauf zu spielen. Sie hatte ein paar Schwächen, aber wir probierten verschiedene Dinge aus, veränderten z. B. den Draht im Becherabschluss sowie Streben oder machten das Bechermaterial dünner. Viele Musiker in L.A. probierten die Trompete aus und wollten auch so eine haben. Also begann Yamaha mit der Herstellung kleiner Stückzahlen von Hand, nicht mit Massenproduktion. Sie stellten ein A-Modell aus Gelbmessing und ein B-Modell aus Rotmessing […] her. Sie entschieden sich für eine vierstellige Modellnummer, sodass es zu dem von dir gefundenen Modell 6310 wurde, und ja, das war etwa 1982/83. Das Modell aus Rotmessing wurde eingestellt und man blieb bei Gelbmessing. Schließlich entschied man sich, dieses Horn in Serie zu produzieren, und als ich damit für ein Fotoshooting posierte, fiel dem Yamaha-Mitarbeiter der spritzige Klang auf. Er meinte, der Ton habe einen ‚Zing‘. Daraufhin fragte ich: ‚Warum nennt ihr sie nicht Z?‘ Das gefiel den Yamaha-Leuten und so entstand der Name des Modells.“

 

Bobby Shew sagt, die Z war ein Nebenprojekt, an dem zunächst nur Kenzo Kawasaki und er arbeiteten. Später kam dann auch noch Bob Malone ins Boot.

 

Eine beeindruckende Geschichte, die wiederum die Grundthese in Frage stellt: Stammt die YTR-6310 gar nicht von einer Schilke ab, sondern von einer Martin?

Nun, Martin und Schilke sind konzeptuell sehr eng miteinander verwandt – beide Marken haben die leichte Bauweise mit reversed leadpipe, wenigen Stützen und engerem Wrap groß gemacht. Aber klar: Martin ist deutlich älter älter als Schilke und die erste Committee wurde 1939 vorgestellt (wenngleich Renold Schilke die Meriten dafür für sich beanspruchte). Die Schilke B1 als erste Schilke-Trompete überhaupt kam erst 1961 auf den Markt. Die Martin ist quasi das Urmodell, die bekannten Schilkes sind die direkten Nachfahren und die Yamahas sind die Abkömmlinger der nächsten Generation (wenngleich die Entwicklung mit Renold Schilke bereits 1966 begann).

Laut Yamaha wurde die YTR-6310Z offiziell 1991 der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Der Unterschied zwischen der Z und der YTR-6310, die TrumpetScout erwarb? Laut Bobby Shew „waren die Modelle sehr ähnlich. Hauptsächlich wurde der Bell Bead verändert und der Becher vom Ausgang bis hinter die erste Strebe noch einmal verjüngt. Je nach Können des Spielers hätten sie sich gleich oder leicht unterschiedlich angefühlt.“

 

Auszug aus dem australischen Katalog von 1994: Hier gibt Yamaha an keiner Stelle mehr Auskunft über die Becherform.

 

Zum Ende dieses Abschnitts noch ein Hinweis für die Freunde der alten dreistelligen Yamaha-Modelle: Die YTR-636 dürfte also am nächsten dran sein an einer Shew, ihr Gewicht aber minimal höher ausfallen. Der TrumpetScout hatte schon diverse Modelle dieser Zeit (Aufzeichnungen dazu gibt es nicht, es waren aber sehr wahrscheinlich eine YTR-632 und eine YTR-636 darunter), die allesamt leicht waren, aber nicht ultraleicht. Die YTR-6310 schlug definitiv mit 970 Gramm zu Buche. Eine versilberte Z eines Kollegen wiegt 985 Gramm. Zieht man 25 Gramm für die Versilberung ab, dürfte man bei rund 960 Gramm für die lackierte Version landen. Besitzer einer solchen dürfen sich zur Bestätigung gerne melden.

An dieser Stelle noch eine Anmerkung der Vollständigkeit halber zum Thema Step Bore Design, das alle klassischen Schilkes zudem mit einer Z sowie der aktuellen Miyashiro verbindet: Keiner kann diesen Begriff richtig und vor allem schlüssig erklären. Laut Renold Schilke wird der Durchmesser vom Mundrohreingang bis zum Becherausgang größer. Das ist aber bei allen Trompeten so. Inwiefern das wirklich schrittweise erfolgt, wahrscheinlich am Übergang zwischen verschiedenen Bauteilen, lässt sich nicht sagen. Die Maschinenbohrung sollte auch bei einer YTR-6310Z überall 11,3 mm groß sein. Bei den vermessenen Verwandten dieses Artikel gab es bei den Zügen des Maschinenblock zumindest keine nennenswerten Unterschiede und schon gar nicht eine Vergrößerung in Richtung des Luftflusses.

 

Yamaha YTR-6320: die ultraleichte Trompete

Apropos Gewicht. Die jüngst erworbene YTR-6320 ist ein absolutes Fliegengewicht und wahrscheinlich sogar die leichteste Trompete, die der TrumpetScout jemals sein Eigen nennen konnte. Nur 934 Gramm zeigt die Waage an. Vielleicht ist sie sogar die leichteste Trompete, die Yamaha jemals gebaut hat? Leider hat der TrumpetScout seinerzeit die YTR-8340EM im Rahmen des Test nicht gewogen. Sie könnte der YTR-6320 in dieser Hinsicht eventuell noch die Stirn bieten.

 

Ist die YTR-6320 vielleicht die leichteste Trompete, die Yamaha je in Serie produziert hat?

 

Natürlich gibt es auch hier keine Stütze im Stimmzug, auch ansonsten sehr wenige Querverbindungen und das Blech ist dünn. Ansonsten lassen sich die Angaben aus der Tabelle des Prospekts verifizieren: Die Messung der Bohrung ergab 11,7 mm (nominell 11,68 mm), der Durchmesser des Trichters hat seine 127 mm, das Material ist bis auf das Mundrohr Gelbmessing. Nur mit der Trichterform wird es etwas komplizierter. Die Tabelle von Yamaha verrät den Typ B. Das steht für „mittlere Größe, Standardform“ und dient dem Zweck, „einen strahlenden Klang“ zu erzeugen. Messen lässt sich das nur schwierig. Aber der Vergleich mit einer YTR-8335LA – diese hat das gleiche Schallstück wie die YTR-6310Z bzw. gleichweite Schallstück wie die YTR-6310 verbaut – macht deutlich, dass der Becherverlauf deutlich enger angelegt ist. Das machen die Fotos leider nicht so deutlich wie ein Realaugenschein. Doch bereits ab der Hälfte und spätestens im letzten Drittel springt der Unterschied sofort ins Auge.

 

Bechervergleich zwischen YTR-6320 und YTR-8335LA (als Ersatz für eine der Weite nach gleich bestückte YTR-6310).

 

Für einen weiteren Vergleich wurde eine Schilke B1 hinzugezogen. Sie zeichnet sich ebenfalls durch eine ML-Bohrung und – wie bei der LA – das große Schallstück aus. Auch hier ist der Unterschied mit bloßem Auge erkennbar. Interessant ist, dass die B1 deutlich mehr auf die Waage bringt. Wenn auch versilbert, haben die 1.001 Gramm doch überrascht. Sie wirkte im direkten Vergleich beinahe schwer.

Der optische Vergleich und die Angaben Yamahas sprechen eine klare Sprache. Der Becher der YTR-6320 war nicht der größte im Regal. Die Kombination aus ML-Bohrung (dafür steht die 2 an dritter Stelle) und einem mittleren Messingbecher würde die Trompete in nächste Nähe einer Schilke B2 rücken.

 

 

Was der Becher nun spielerisch für einen Unterschied macht? Die YTR-6310 war bereits verkauft, nur die Erinnerung daran kann hier einen vagen Anhaltspunkt geben: Enger fühlte sie sich trotz der kleineren Bohrung nicht an, eher noch offener. Diese Erinnerung ist aber natürlich nicht belastbar, könnte aber einen Hinweis auf die Wirkung des Bechers geben.

Der ad-hoc-Vergleich mit der Schilke B1 war aber sehr interessant: Die Schilke spielte sich nicht offener, zeigte sogar minimal mehr Widerstand, produzierte aber einen etwas breiteren Klang. Die YTR-6320 war etwas fokussierter im Sound und – das war die Überraschung – trotz des deutlich geringeren Gewichts vor dem Horn merklich lauter. Auch wenn es sich subjektiv nur um 5 bis 10 % handelt, so war das bei verschiedenen Spielern zu hören.

 

Passen gut zueinander: die leichte Yamaha und der Stützmeister, die variable Stütze für den Stimmzug. So bekommt die Lightweight-Trompete mehr Widerstand und Punch – mit nur einem Dreh. Mehr Infos dazu hier. Oder gleich für 59 Euro inklusive Versand per Mail bestellen: write@trumpetscout.de

 

Demnach ist für den TrumpetScout spezifikatorisch wie auch spielerisch nicht korrekt, dass in Foren gerne eine B1 als Referenz zur YTR-6320 angeführt wird. Vielmehr sprechen Spielgefühl und Zahlen für die Vergleichbarkeit mit einer B2: Die Trompete ist offen, bietet aber genügend Fokus. Auf der anderen Seite strahlt sie mehr seitlich ab als eine aktuelle YTR-8335LA. Laut deren Besitzer mache die YTR-6320 nach oben hin auch nicht zu. Auch der TrumpetScout fühlt sich durch die gesamte Range sehr wohl – hervorragende Ansprache, optimaler Widerstand. Selbst der Problemton A3 war nicht unauffindbar.

 

Yamaha YTR-6340: die leichtere YTR-6345G?

Zum Schluss kommen wir zur dritten Trompete aus der vergangenen 63X0er-Garde – das ist die YTR-6340. Gleich vorweg: So ein Horn hatte der TrumpetScout noch nie in Händen und kann hier deshalb auch keine praktischen Erfahrungen beisteuern. Deshalb direkt zu den Fakten aus dem Datenblatt: Große Bohrung (11,76 mm) und YR-Becher aus Goldmessing. Wir erinnern und: YR stand zu jener Zeit für die Becherform, die eher lange eng verläuft und zum Ende hin abrupt öffnet. Aus dem australischen Katalog von 1987 hier noch einmal die englische Beschreibung: „medium size, abrubt [sic!] flare: favors concise clear sound“

Genau diese Becher kam in der eingangs beschriebenen YTR-6310B zum Einsatz und auch in der vom TrumpetScout hochgeschätzten YTR-6345G (die übrigens auch den gleichen Maschinenblock verwendet). Das war die knackigste Glocke im damaligen Portfolio und ist wahrscheinlich auch heute noch beim Xeno-Modell YTR-8345G und vielleicht sogar zweiteilig bei der YTR-6335RC im Einsatz. Für den TrumpetScout als Fan enger Schallstücke ein echter Volltreffer. Daher wäre eine Kombination aus großer Bohrung, diesem spitzen Becher und einer absoluten Leichtgewichtskonstruktion extrem reizvoll. Wer eine solche Trompete hat, darf sich gerne mit seinen oder ihren Eindrücken melden!

Und zur obligatorischen Antwort auf die Frage, welchem Schilke-Modell die YTR-6340 am ehesten entspricht: Es dürfte die Schilke B3 sein, auch wenn diese auf einen Gelbmessingbecher setzt:

 

 

Yamaha und das Ende der Leichtigkeit

Anfang der 80er-Jahre hielten die mittelschweren Trompeten Einzug ins Profiportfolio bei Yamaha. Mitte der 80er folgten die schwere Version der YTR-6335 mit dem Zusatz H und im Katalog von 1989 finden sich schon eine ganze Liste an Heavy-Trompeten. Mit allen Finish- und Materialvarianten beim Becher bot Yamaha zu dieser Zeit 8 schwere B-Trompeten, 6 mittelschwere und 5 (+1 mit Trigger) leichte Modelle. Als die YTR-6310Z zu ihrem Erfolgskurs ansetzte, verschwanden die anderen leichten Trompeten aus dem Angebot der Japaner. Mitte der 90er gab es nur noch die Z, die beiden YTR-63X5-Modelle und ihre beiden bachartigen Schwestern, die den YTR-83X5-Trompeten vorausgingen. Warum das so kam? Die Antwort lässt sich lapidar formulieren: Die Trompetenwelt verlangte ein Äquivalent zu einer Bach Stradivarius. Yamaha beschreibt das in diesem Artikel sehr japanisch – eindeutig, aber ohne einmal den Name Bach zu verwenden („the brand“).

Extrem ausführliche Artikel wie dieser ziehen sich über Monate und benötigen viel Zeit in der Recherche, beim Testen, der Beschaffung von Instrumenten, Fotografieren etc. Werbebanner gibt es hingegen keine, auch keine Sponsored Posts oder ähnliches. Deshalb ist deine Unterstützung gefordert, um TrumpetScout fortführen zu können – wenige Euros reichen aus: paypal.me/trumpetscout! Danke! 

Der Erfolg der Xenos gibt jenem Kurswechsel recht. Dann und wann gab es wieder leichtere Trompeten im Portfolio wie die YTR-6330B (das Till Brönner-Horn) und natürlich die extrem leichte YTR-8340EM, das Signature-Instrument von Eric Miyashiro. Letztere gibt es bis heute. Sie ist mit der aktuellen Evolutionsstufe des Ur-Shew-Horns, der YTR-8310Z, die letzte verbliebene Trompete von Yamaha, die ein echtes Lightweight-Instrument ist. Der mit Abstand größte Teil des Line-ups ist mittlerweile im Mittelgewicht und darüber angesiedelt. Offensichtlich auf öffentlichen Wunsch. Nicht umsonst gibt es gefühlt in jedem Trompetensatz eine Bach – aber nur selten eine Schilke.