Bewertung

Bei der Bewertung der bei TrumpetScout getesteten Trompeten spielen nur zwei Faktoren eine Rolle: Spiel- und Klangeigenschaften. Kriterien wie Verarbeitungsqualität (Lack-, Schleif- und Lötarbeit) und Design sind aus der reinen Spielperspektive irrelevant und fließen in die Evaluierung nicht mit ein.

 

T(echnik)-Noten

Um aus diesen ein greifbares numerisches Gesamtbild zu kreieren, werden Schulnoten (von 1 bis 6) in 7 Kategorien vergeben:

1. Ansprache: Wie leicht ist es, einen Ton zu erzeugen? Es reicht oft ein Ton, um hier zu einem Urteil zu kommen. Ein Pianissimo-Anspieltest eignet sich besonders zur Ergebnisfindung. Je mehr Kraft es braucht, um die Trompete zum Schwingen zu bringen, desto schlechter ist die Ansprache.

2. Tonqualität: Dies ist ein äußerst heikler Bewertungspunkt, da es hier extrem um persönliche Vorlieben geht. Der eine bevorzugt einen harten, kernigen Ton, der andere einen warmen, runden, die nächste einen hellen oder gar scharfen, für irgendwen ist der flirrende Ton einer alten Benge im oberen Register das Non-Plus-Ultra. Hier wird jedem Instrument ein individuelles Klangideal zugestanden, abgewertet wird, wenn es wirklich dünner, enger und nasaler wird.

3. Variabilität: Damit ist die Formbarkeit des Sounds gemeint. Es gibt Trompeten, die mehr auf die Mundstückwahl und Spielweise ansprechen als andere und somit ein größeres Spektrum an klanglichen Möglichkeiten bieten. Abzug gibt es für die Instrumente, die sich starr verhalten.

4. Lautstärke/Projektion: Ganz wichtig – hier ist nicht die Lautstärke in den Ohren des Spielers gemeint, sondern vor dem Instrument mit mehreren Metern Abstand. Deswegen wurde Volumen auch mit Projektion, also dem Abstrahlverhalten kombiniert. Es gibt Trompeten, die am Ort der Schallerzeugung sehr laut wirken, mit Distanz im Raum aber deutlich schwächer wahrnehmbar sind. Diese werden schlechter bewertet.

5. Höheneigenschaften: Speziell für sogenannte Leadtrompeten ist dieses Kriterium ein wichtiges. Bei vielen Trompeten mit hervorragender Ansprache im tiefen und mittleren Register bietet sich weit jenseits der obersten Linie im Notensystem ein gegenteiliges Bild: „Sie machen zu“, wie Trompeter gerne sagen. Die Trompete, die das nicht macht, erhält gute Noten; ist auch der Problemton A3 gut spielbar, gibt es die Höchstbewertung.

6. Stimmung: Ein ganz wichtiger Punkt bei jeder Trompete. So wichtig, dass die Note in diesem Punkt sogar doppelt zählt. Denn stimmt das Instrument in sich nicht, muss man sehr viel Kraft und Konzentration darauf verwenden, dies zu kompensieren. Überdies leidet die Tonqualität, da man nicht alle Töne im Zentrum anspielen kann.

7. Ventile: Zu guter letzt gehört zur Spielbarkeit einer Trompete auch das Funktionieren der Maschine. Die Ventile sollten schnell und zuverlässig zu bewegen sein.

Aus diesen Noten ergibt sich ein Durchschnitt. Dieses Ergebnis ist einzig durch Spielbarkeit und Klangeigenschaften bestimmt.

 

Abzüge in der P(reis)-Note?

Da für die meisten bei der Wahl Ihres Instruments die Kosten für die Anschaffung ein gewichtige Rolle spielen, wird dieses technisches Ergebnis um den Faktor Preis erweitert. Da es Trompeten bereits im unteren dreistelligen Preisbereich zu kaufen gibt, aber auch Beträge im mittleren vierstelligen Bereich ausgegeben werden können, wurde für neue Trompeten ein mittlerer Wert von 1.700 Euro angesetzt, der als preislicher Nullpunkt fungiert, für gebrauchte Trompeten ein mittlerer Wert von 900 Euro. Liegt der Anschaffungspreis höher, gibt es gestaffelt Abzüge, liegt er darunter, erfolgt gestaffelt eine Aufwertung.

 

Die Tabelle

Ansprache Tonqualität Variabilität Volumen/Projektion Höhe Stimmung Ventile T-NOTE Preis in EUR P-NOTE
Carol Brass 5000 YLT 1 2 1 1 2 1 3 1,6 600,00 1,0
Conn 8B Gustat 2 2 3 2 1 2 1 1,9 800,00 1,8
Schilke S42L 4 3 3 2 4 2 3 3,0 3.300,00 3,8
Conn 36B 2 1 4 3 1 2 2 2,1 1.000,00 2,2
Brassego CAT 2 1 2 2 2 2 1 1,7 3.450,00 2,6
Selmer 24B k-mod LT 1 1 2 3 2 1 1 1,6 1.000,00 1,6
Bach VBS1 2 1 1 2 2 2 1 1,6 1.700,00 1,6
B&S eXquisite 3 1 2 4 3 3 2 2,6 2.000,00 2,7
Conn 8B LT Artist 1 2 1 2 2 1 2 1,6 1.400,00 1,8
K&H Spirit G 1 1 2 1 2 2 1 1,4 2.050,00 1,6
Yamaha 8340EM 1 1 1 2 2 2 2 1,6 3.000,00 2,6
K&H Premium MB 2 1,5 2,5 1,5 1 1 1,5 1,6 2.750,00 2,5
Endres 6L 2 1 2 1 2 2 1 1,6 2.900,00 2,6
Bach LT1901B 1 2 2 1 1 2 1 1,4 3.800,00 2,9
Brassego TIGER-TAIL 2 2 2 1 1 2 1 1,6 4.100,00 3,2
Yamaha 9335CHS 1 1 1 2 1,5 2 1 1,4 3.500,00 2,7
Bach 180S37 3 1 2 1 1 2 1 1,6 3.400,00 2,8
Bach 190S37 2 1 1 1 1 1 1 1,1 3.300,00 2,3
Yamaha 2330 2 3 2 2 2 2 1 2,0 450,00 1,8
AC 307 Privilege 1 3 2 3 1 1 1 1,7 550,00 1,5
Fides Symphony Classic BBG 2 1 1 1 1 1 2 1,3 2.980,00 1,4
Fides Pioneer 3 2 2 2 1 2 2 2,0 699,00 1,5
Yamaha 8335 2,5 2 2 2 2 1 2 1,9 2.300,00 2,2
Yamaha 8335RG 2 1,5 1,5 1,5 2 1 2 1,6 2.450,00 2,0
Yamaha 8345 2 2 2 2 2 1 2 1,9 2.300,00 2,2
Yamaha 3335 1,5 2 1,5 1,5 1,5 1 1 1,4 550,00 1,0
Schagerl Roman Empire 3 1,5 2 1 2 1 2,5 1,9 3.200,00 2,6
XO 1600i Roger Ingram 2,5 1,5 2 1 1 2 2 1,7 1.900,00 1,8
Conn Vintage One 1B 1,5 2 2,5 1,5 1 1,5 2 1,7 2.600,00 2,2
B&S 3125/2 1,5 1 1 2,5 2,5 2 2 1,6 1.800,00 1,7
B&S MBX 2 1 2 2,5 1,5 2 2 1 1,7 2.800,00 2,3
Olds Ambassador 1,5 1,5 1,5 1 1,5 2 2 1,6 350,00 1,3
Stomvi Forte 5000 1,5 1,5 1,5 1,5 1,5 2,5 2 1,7 1.200,00 1,5
Adams A4 1,5 1,5 2 2,5 2 2 2,5 2,0 2.700,00 2,5
Adams A10 2 1,5 1 1 1,5 1 1 1,3 2.900,00 1,9
B&S 3137 1,5 2 1,5 1,5 1,5 2 1 1,6 1.250,00 1,3
Schilke X3 2 1 1,5 2 2,5 1 1,5 1,6 3.300,00 2,4
K&H Topline G 1,5 1,5 1,5 1,5 1,5 1 2 1,5 1.050,00 1,2
K&H Sella G 2 1,5 1 1,5 1 1 2 1,4 1.100,00 1,1
Bach TR450 2 1,5 2 2 2,5 2 1,5 1,9 700,00 1,4
Yamaha 5335II 1,5 1,5 1,5 2 2 1 1 1,5 1.000,00 1,2
Bach 19043 1,5 1,5 1 1 2 1 1 1,3 3.200,00 2,4

 

Wichtige Erklärung

Für diese Bewertung wird kein Absolutheitsanspruch erhoben! Die Benotung der Spieleigenschaften erfolgt subjektiv. Besondere Spieleigenschaft in einer bestimmten Kategorie können einem Spieler mehr Wert sein als anderen, die Gewichtung erfolgt in der Praxis individuell, weshalb andere Tester zu grundlegend anderen Ergebnissen kommen können. Auch fließen in die Preisnote Kriterien wie Werterhalt, Materialwert, Haltbarkeit, Exklusivität etc. nicht ein. Eine schlechtere Note hier bedeutet nicht, dass ein Instrument zwangsläufig zu teuer angeboten wird.