Was der TrumpetScout schon immer wissen wollte: das HornTrader-Lick - TrumpetScout

Was der TrumpetScout schon immer wissen wollte: das HornTrader-Lick

Viele TrumpetScout-Leser dürften den kalifornische „Sunny Grandpa“ der Trompete mitsamt eigenem Youtube-Channel und Online-Shop kennen: Steve Dillard, besser bekannt als HornTrader. Seine musikalische Signatur ist das HornTrader-Lick – und genau das wird hier erklärt.

Steve Dillard hat schon einige Jahre auf dem Buckel, sowohl in der Herstellung von Instrumenten als auch hinter dem Notenständer. Er kennt sich mit Trompeten aus und mit dem Trompetenspiel. Davon kann man sich in jedem seiner Videos überzeugen, welche er zu den zumeist gebrauchten Instrumenten, die der Händler aus Kalifornien verkauft, ins Netz stellt.

Oft bekommt man dabei ein Lick bzw. eine Sequenz zu hören, die in der gespielten Geschwindigkeit faszinierend, aber nicht so leicht zu entschlüsseln ist. Da Steve Dillard wohl schon mehrere Anfragen dazu erhielt, erklärt er in diesem (zugegebenermaßen nicht mehr ganz frischen, aber erst jetzt entdeckten) Video, wie dieses Muster funktioniert:

Es handelt sich dabei sicher nicht um Hexenwerk, aber eine willkommene Bereicherung für die Überoutine: Zunächst wird vom Startton (hier C2) zum nächsten Naturton (ohne Änderung des Griffs) gebunden, dann geht es zurück und unter Zuhilfenahme der Ventile in zwei Halbtonschritten zum nächsten Ausgangston. Von C2 begonnen geht das allerdings nur bis zur Kombination E-G-E, schon beim Fis müssen beim Wechsel die Ventile helfen. Theoretisch wäre ein A2 zwar auch mit 2 greifbar, ist aber dann extrem tief. Ab B-D ist die Bindung wieder ohne Hilfsgriffe spielbar. In der unteren Lage werden die Intervalle mit gleichen Griffen naturgemäß größer.

Der TrumpetScout hat – so wie er es gehört und gesehen hat, Fehler sind nicht ausgeschlossen – diese Übung hier aufgeschrieben.

Wer in der tiefen Lage dennoch die gleichen Töne wie oben spielen möchte, kann das natürlich gerne tun. Dann wird die Übung noch mehr auch zu einer für das Hirn!

Auch ist selbstverständlich ein anderer Anfangston denkbar, z.b. ein H1 oder ein Cis2: H-Dis-H (2) bzw. Cis-E-Cis (12). Grenzen unten gibt es eher unten als oben. In der „Stratosphäre“ liegen die Naturtöne außerdem näher beieinander, die INtervalle streben dann dazu, kleiner zu werden. Von E3 kann man versehentlich auf ein F3 statt auf ein G3 wechseln, obwohl kein Ventil gedrückt wird.

So oder so – bis man dieses Lick im Schlaf beherrscht, hat man Spaß am Üben. Und wenn man es beherrscht, kann man es auspacken und hie und da Eindruck schinden…

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